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Sozialforum: Profit aus armen Staaten fairer verteilen

Author: Martin Maier, Katholische Nachrichten Agentur
Date: Januar, 2007
Source:
Martin Maier - not available online


Nairobi (KNA) Entwicklungsländer profitieren nach Einschätzung von Nichtregierungsorganisationen zu wenig von ihren Bodenschätzen und Energiereserven. Im Gegenteil führe die Ausbeutung von Öl, Gas oder Erzen häufig zu wachsender Armut und Leid der örtlichen Bevölkerung, kritisierte ein breites Bündnis von Entwicklungsorganisationen am Dienstag beim Weltsozialforum in Nairobi. Stattdessen profitierten kleine Eliten sowie internationale Konzerne.

In ihrer Resolution fordern die Aktivisten, darunter auch 15 katholische Initiativen des Entwicklungs-Dachverbandes CIDSE, international verbindliche und gerechte Rahmenbedingungen für Abbau und Handel von Rohstoffen aus armen Staaten zu entwickeln. Konzerne müssten zudem, egal wo sie operierten, für die sozialen Auswirkungen ihres Handelns zur Haftung gezogen werden können. Auch die Länder des Südens stünden allerdings in der Pflicht, mehr für arme Bevölkerungsteile zu tun.

Mehr Transparenz und Verantwortung


Die Verfasser, zu denen aus Deutschland das Hilfswerk Misereor gehört, betonen, dass nur mit mehr Transparenz der Wirtschaftsbeziehungen alle am erwirtschafteten Reichtum beteiligt werden könnten. Die Industriestaaten müssten zudem ihrer Verantwortung gerecht werden und für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in den Produktionsländern eintreten. Energie- und Ressourcenverschwendung gehörten beendet.

Eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung gerechterer Handelsregeln und Wirtschaftsstandards weisen die Entwicklungsorganisationen den Vereinten Nationen zu. Es brauche Regeln, die bei Verstößen auch Sanktionen vorsehen. Zur Stärkung der Rechte von Minderheiten und indigenen Bevölkerungen gegenüber Wirtschaftsinteressen fordert das Netzwerk, die bereits ausgearbeitete Erklärung zum Schutz von Indigenen endlich zu verabschieden und umzusetzen.

Robinson: Nehme Aufruf mit nach Davos

Die frühere UN-Flüchtlingshochkommissarin Mary Robinson bezeichnete den Aufruf als sehr gut und wünschte ihm weite Verbreitung. Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Robinson in Nairobi, dass sie den Aufruf zum Weltwirtschaftsforum nach Davos mitnehmen und dort bekannt machen wolle.

Die Ehrenvorsitzende von Oxfam International sprach von einem wachsenden Bewusstsein der Menschenrechte in der Ausbeutung von Bodenschätzen. Von den großen Unternehmen verlangte sie eine Rechenschaftspflicht in Sachen Menschenrechte. Robinson verwies auf die Internetseite "business.humanrights.org" wo die betreffenden Unternehmen aufgeführt seien. Sie prangerte grassierende Korruption an. Allein aus der Erdölförderung in Angola seien zwei Milliarden US-Dollar verschwunden.

CIDSE-Vizepräsident Rene Grotenhuis nannte das mittelamerikanische Honduras als ein Beispiel für die Ausbeutung von Bodenschätzen. Dort habe es vor zehn Jahren noch überhaupt keinen Bergbau gegeben; inzwischen seien 80 Konzessionen vergeben.